Pflanzenbaustoffe können das Bauwesen revolutionieren

Nachhaltigkeit ist in aller Munde, natürlich auch im Bausektor. Neben Stroh, Hanf, Schilf oder Gras kommt nun eine neue Pflanze ins Spiel, der Rohrkolben.

Eine Projektgruppe an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe erforscht derzeit die Einsatzmöglichkeiten des natürlichen, schnell nachwachsenden und sehr vielseitigen Rohstoffs als Baustoff. Denn während andere Pflanzenbaustoffe, wie Hanf oder Stroh, meist nur für die Dämmung eingesetzt werden, bietet der Rohrkolben auch eine gewisse Tragfähigkeit. Eine Chance, das Bauwesen zu revolutionieren. Zumal die genügsame Pflanze in deutschen Feuchtgebieten, beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern, ertragreich angebaut werden kann.

Bis zum Ende der Projektlaufzeit Ende September 2025 soll ein Prototyp eines „Green Containers“ entstehen. Aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt, soll dieser die mit hohem Energieaufwand produzierten Metallcontainer ersetzen. Mehr dazu auf der Projektseite >>

Professor Manfred Luy gewann mit seinem Projekt aktuell den TH OWL Sustainability Awards 2025 in der Kategorie „Bisheriges Engagement“.

Von den rund 550 Millionen Tonnen jährlich verbauter Baustoffe in Deutschland sind nur 10 bis 15 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Pflanzenbaustoffe wurden bisher in erster Linie zur Dämmung oder für Bodenbeläge verwendet. Lediglich Holz und Stroh bieten eine Tragfähigkeit für Konstruktionen. Der neue Pflanzenbaustoff aus Rohrkolben ist wetterbeständig, hochdämmend und tragfähig. Sollten sich die Forschungsergebnisse für die Praxis machbar erweisen, könnte dieses Projekt das Bauwesen revolutionieren.

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