Kreislaufwirtschaft im ländlichen Raum: Modellregion Circular Rural Region

Die Kreislaufwirtschaft Landkreis Goslar gehört zu den fünf deutschen Modellregionen im Rahmen des Projektes „Circular Rural Regions“. Auf vielfältige Weise zeigen Akteure in den Landkreisen Goslar, Bergstraße, Lüchow-Dannenberg, Mittelsachsen und Traunstein (Chiemgau und Berchtesgadener Land), wie eine funktionierende Kreislaufwirtschaft im ländlichen Raum umgesetzt werden kann. Das Projekt wird im Rahmen des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gefördert. In der Schweiz, Österreich und Ungarn gibt es weitere Circular Rural Regions.

Fünf Wege – ein Ziel

Die einzelnen Regionen setzen ihre individuellen Schwerpunkte: Von aktiver Bürgerbeteiligung im Landkreis Goslar über zirkuläres Bauen im Landkreis Bergstraße bis hin zum Aufbau eines Circular-Community-Managements im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Ziel ist es, innerhalb von drei Jahren die Kreislaufwirtschaft in den Regionen zu etablieren und auszubauen. Dabei sollen die Lösungsansätze und Ergebnisse auch als Vorbild für andere Regionen dienen.

Die wesentlichen Punkte und Meilensteine der einzelnen Projekte wurden in kompakten digitalen Steckbriefen zusammengefasst.

Für den Landkreis Goslar betont Landrat Dr. Alexander Saipa, dass hier aus der Historie industrielle Stärke mit moderner Innovation seit jeher verbunden sind. Er sieht das Projekt als Chance für die Transformation der Region vom Bergbau hin zu einer führenden Rolle in der Kreislaufwirtschaft. Als Meilensteine stehen für den Landkreis Goslar die Erstellung der Webseite www.kreislaufwirtschaft-landkreis-goslar.de, die Jahresworkshops und die aktuelle Entwicklung der Projekte. Auch die Ergebnisse einer Umfrage zum Reparaturbedarf finden in dem Steckbrief Platz.

Im Kreis Bergstraße steht mit Blick auf das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 die Bauwirtschaft im Fokus des Projekts. Sie soll die Zukunftsfähigkeit und regionale Stärke sichern. Dafür werden zirkuläre Geschäftsmodelle entwickelt und das Bewusstsein für zirkuläres Bauen sowohl bei Bauunternehmen als auch bei den Verantwortlichen in den Kommunen geschärft.

Auf Bewusstseinsbildung in Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik zielen die Maßnahmen im Landkreis Lüchow-Dannenberg ab. U.a. entwickeln Leuphana-Studierende zirkuläre Lösungen für die regionale Wirtschaft. Zudem hat eine erste Bedarfsanalyse ergeben, dass sich regionale Unternehmen von der Kreislaufwirtschaft Vorteile wie Kostenersparnis oder Imagegewinn versprechen.

Um Wissenstransfer und das Sichtbarmachen der Potenziale für die Kreislaufwirtschaft dreht es sich im Landkreis Mittelsachsen. Die Kreislaufwirtschaft wird als Chance gesehen, um lokale Wertschöpfung zu stärken und nachhaltige Innovationen zu fördern. Mit Wettbewerben und einem aktiven Netzwerkaufbau rückt das Thema ins Bewusstsein der Menschen.

Auch im Chiemgau und im Berchtesgadener Land (Landkreis Traunstein) soll die Kreislaufwirtschaft mit dem Projekt systematisch weiterentwickelt werden. In einer Unternehmensbefragung wurde vor allem der Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz durch Steigerung der Ressourceneffizienz als Chance angesehen. Praxisnahe Lösungen für die Wirtschaft sollen in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft erarbeitet werden.

Starke Netzwerke

Der regelmäßige Austausch zwischen den Modellregionen und die überregionale Vernetzung der Akteure bieten einen großen Mehrwert auch für die Kreislaufwirtschaft im Landkreis Goslar. Der Erfahrungsaustausch sorgt für schnellere und effizientere Lösungen und einer dynamischen Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft im ländlichen Raum.

Alle Steckbriefe sind hier zu finden »